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EM 2024 in Deutschland: Das Mobilitätskonzept im Rückblick, und was Veranstaltungsplaner daraus lernen
547.000 Menschen an einem einzigen Tag in den deutschen Fan Zones. Das war der Spitzentag beim Viertelfinale Deutschland gegen Spanien. Die UEFA EURO 2024 lief vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 mit 51 Spielen in zehn deutschen Städten. 2,6 Millionen Stadiongäste, 5,8 Millionen Fan-Zone-Besucher und 12 Millionen DB-Fernverkehrsreisende während des Turniers. Was das Mobilitätskonzept geleistet hat, wo es an Grenzen stieß und was daraus für künftige Events bleibt.
Warum braucht eine Europameisterschaft ein Mobilitätskonzept?
Ein Mobilitätskonzept für Großveranstaltungen ist ein Planungsrahmen, der sicherstellen soll, dass Hunderttausende von Besuchern täglich sicher, pünktlich und möglichst umweltverträglich zu den Venues kommen. Bei der EM 2024 war der Anspruch besonders hoch: Das Turnier sollte das klimafreundlichste in der Geschichte des europäischen Fußballs werden.
Das Öko-Institut hatte im Auftrag des Umweltbundesamtes im Vorfeld errechnet, dass Reiseverkehr für rund 84 Prozent aller Treibhausgasemissionen der EM verantwortlich sein würde. Der größte Anteil: Flugverkehr mit 64 Prozent. PKW-Verkehr folgte mit 14 Prozent. Bus, Tram, S-Bahn, Fernzug und Reisebus lagen zusammen bei unter 7 Prozent.
Der Ansatz war daher klar: Fliegen und PKW unattraktiver machen, ÖPNV und Reisebus stärken.
Die zehn Austragungsstädte und ihre Stadien
| Stadt | Offizieller UEFA-Name | Kapazität (EM) |
|---|---|---|
| Berlin | Olympiastadion | 74.475 |
| München | Munich Football Arena | 66.000 |
| Dortmund | BVB Stadion Dortmund | 62.000 |
| Gelsenkirchen | Arena AufSchalke | 50.000 |
| Stuttgart | Stuttgart Arena | 51.000 |
| Düsseldorf | Düsseldorf Arena | 47.000 |
| Köln | Cologne Stadium | 43.000 |
| Frankfurt | Frankfurt Arena | 47.000 |
| Hamburg | Volksparkstadion Hamburg | 49.000 |
| Leipzig | Leipzig Stadium | 40.000 |
Hinweis: Während UEFA-Turnieren dürfen keine kommerziellen Sponsornamen verwendet werden. Die Kapazitäten entsprechen den EM-spezifischen Sitzplatzkonfigurationen, die leicht von den Bundesliga-Werten abweichen.
Das Konzept: Was geplant war
Das Konzept, das UEFA, Host Cities, Verkehrsverbünde und Deutsche Bahn gemeinsam entwickelten, teilte die Herausforderung in zwei Bereiche: den Verkehr innerhalb der Austragungsstädte und den internationalen Anreiseverkehr.
Innerhalb der Host Cities sollten Push- und Pull-Maßnahmen greifen: PKW-Verkehr durch reduzierte Parkplätze und erhöhte Parkgebühren unattraktiver machen, den ÖPNV durch erweiterte Netze und Kapazitäten und Kombitickets attraktiver machen. Shuttle-Busse und On-Demand-Verkehr sollten die letzte Meile zwischen Bahnhof oder Hotel und Stadion abdecken.
International sollten Sonder- und Nachtzüge, erweiterte Kapazitäten und attraktive Preise Fans aus dem europäischen Ausland dazu bringen, nicht zu fliegen. Reisebussen kam dabei eine wichtige Rolle zu, besonders für Gruppen aus den Nachbarländern.
Das Ergebnis: Was tatsächlich funktioniert hat
Die wichtigsten Zahlen aus dem Turnierverlauf:
| Kennzahl | Zahl |
|---|---|
| Stadiongäste gesamt | ca. 2,6 Millionen |
| Vertretene Nationen | über 190 |
| Fan-Zone-Besucher in allen 10 Städten | 5,8 Millionen |
| Fan-Zone-Besuch an Spitzentag (D-Sp Viertelfinale) | 547.000 |
| DB Fernverkehr-Reisende während des Turniers | 12 Millionen |
| Fans bei Stadion-Fanmärschen | über 600.000 |
| Ehrenamtliche Helfer | 16.000 |
Die DB zog eine positive Bilanz: 12 Millionen Menschen reisten im Fernverkehr während der vier Wochen. Diese Zahl umfasst alle Reisenden im Turnierzeitraum, nicht nur EM-Fans. Das 36-Stunden-Kombiticket, das Stadionticket mit kostenlosem ÖPNV im Nahverkehr verknüpfte, war im Ticketpreis enthalten und wurde in allen Host Cities umgesetzt.
Die Fan Zones mit insgesamt 5,8 Millionen Besuchern übertrafen die Erwartungen deutlich. Sie wurden zum eigenständigen Anziehungspunkt, der auch Fans anzog, die kein Stadionticket hatten.
Wo Grenzen sichtbar wurden
Die Herausforderungen lagen vor allem in zwei Bereichen. Das kennt jeder, der bei einem ausverkauften Spiel auf die S-Bahn gewartet hat.
An Spieltagen mit besonders hoher Nachfrage stieß der lokale ÖPNV an Kapazitätsgrenzen. Besonders die Region Rhein-Ruhr, wo Spiele in Gelsenkirchen, Dortmund, Düsseldorf und Köln eng aufeinanderlagen, sorgte für massive Verspätungen und Zugausfälle, die internationale Medienkritik und Beschwerden von englischen und österreichischen Fanverbänden auslösten. Für Gruppen mit festem Programmplan war das problematisch.
Die internationale Anreise wurde nicht so grün wie erhofft. Billigflüge aus Spanien, England oder Frankreich blieben für viele Fans die schnellste Option, auch wenn Kombitickets auf die Bahn setzten. Der Reisebus aus dem angrenzenden Ausland, zum Beispiel für Fans aus den Niederlanden oder aus Österreich, hat sich dagegen gut bewährt.
Learnings für Event-Veranstalter: Was bleibt
Für B2B-Veranstalter und Unternehmen, die bei Großevents Gäste, Mitarbeiter oder Geschäftspartner transportieren, lassen sich konkrete Punkte mitnehmen. Wir planen regelmäßig Gruppenbusse für Events dieser Größenordnung. Was sich dabei immer wieder bestätigt:
Kombitickets senken die Schwelle. Der öffentliche Nahverkehr wird nur dann genutzt, wenn er spürbar einfacher ist als das eigene Auto. Kostenloses Einbinden des ÖPNV in das Veranstaltungsticket hat bei der EM funktioniert.
Shuttle-Busse sind der Puffer, wenn ÖPNV überlastet ist. Wer Gruppen pünktlich und komfortabel an die Venue bringt, braucht eine eigene Lösung für den Last-Mile-Transfer. Der öffentliche Nahverkehr an Spitzentagen ist kein verlässliches Instrument für feste Abfahrtszeiten.
Fan-Walks entlasten das System. Das Konzept der betreuten Fanmärsche, die direkt vom Fan-Meeting-Point zum Stadion führen, reduzierte den Verkehrsdruck erheblich. Für Unternehmen mit größeren Delegationen ist der geführte Fußweg mit Animationsprogramm ein unterschätztes Format.
Reisebusse funktionieren zwischen Städten. Für Gruppen, die mehrere Spiele in verschiedenen Städten besuchten, war der Charterbus die flexibelste und zuverlässigste Option. Kein Umsteigen, gebuchte Plätze, Gepäckraum für Fanmaterial, feste Abfahrt.
Häufige Fragen zur EM 2024 und Buslogistik
Wie viele Zuschauer hatte die UEFA Euro 2024?
Rund 2,6 Millionen Zuschauer besuchten die 51 Spiele in zehn deutschen Städten. Zusätzlich kamen 5,8 Millionen Besucher in die Fan Zones.
Hat das nachhaltige Mobilitätskonzept der EM 2024 funktioniert?
Teilweise. Der ÖPNV wurde stark genutzt, das Kombiticket war erfolgreich, und die Deutsche Bahn transportierte 12 Millionen Passagiere während des Turniers. An Spitzentagen stieß die Kapazität lokal an Grenzen. Der internationale Flugverkehr ließ sich nicht so stark reduzieren wie geplant.
Welche Rolle spielten Busse bei der EM 2024?
Reisebusse übernahmen zwei Rollen: Fernverkehr zwischen den Städten für Fans, die mehrere Spiele besuchten, und Last-Mile-Shuttle innerhalb der Host Cities, wenn Metros und Straßenbahnen ausgelastet waren. Für internationale Gruppen, die aus angrenzenden Ländern anreisten, war der Reisebus oft die direkteste Option.
Welche Erkenntnisse gelten auch für künftige Großevents?
ÖPNV-Integration über Kombitickets, frühzeitig gebuchte Charterbusse für Unternehmensgruppen und Shuttle-Konzepte für die letzte Meile. Wer bei einem Großevent mit 50 oder mehr Personen vor Ort ist, braucht eine eigene Transportlösung, die unabhängig vom allgemeinen Verkehrsaufkommen funktioniert.
Wie plane ich den Bustransfer für meine Unternehmensgruppe bei einem Großevent?
Je früher, desto besser. Fahrzeuge für Events wie eine EM oder WM sind 12 bis 18 Monate vorher verfügbar, aber erfahrungsgemäß schnell gebucht. Hanse Mondial plant Streckenprofil, Fahrzeugtyp und Zeitplan für Dich.
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